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Kurswechsel

Position MickMoon, Day7

Thursday, 13.03.2025

1200h UTC-2

13°8.06'N  37°27.00'W

Course 275°, 6kn

Etmal: 139 nm


ca. 777 nm since Cabo Verde 🇨🇻

ca. 1370 nm to go to Martinique 🇲🇶

Heute, am Donnerstag unserem Tag 7 auf der Überquerung des Atlantiks von Cabo Verde nach Martinique ändern wir unseren Kurs von Südwest auf West. Um dem Flautengebiet auszuweichen hatten wir die Empfehlung bekommen, von direkten Kurs abzuweichen und weiter nach Südwest zu segeln, bis wir 13°N/38°W erreichen, dann wieder auf West. Diesen Punkt werden wir heute annähernd erreichen. Vor der Nacht haben wir überlegt, ob wir vor dem Dunkelwerden den Kurswechsel durchführen oder erst nach der Nacht. Ein Unterschied von 12 Stunden in denen wir etwas mehr als 70 Seemeilen zurücklegen können. Für den späteren Winkel ist diese „kurze“ Strecke jedoch nicht von Bedeutung. Die Gesamtdistanz von mehr als 2100 nm ist einfach so riesig. Wir beschließen die Segel erst nach dem Frühstück zu schiften und bleiben daher für die Nacht noch auf Kurs. 


Bei Licht dekorieren wir dann das Segel-Setup um, Großbaum an Steuerbord nach Backbord, ausgebaumte Genua auf Backbord und den Besan ebenfalls auf Backbord. Wind achterlicher als Halbwind. 


Der Tag 6 hatte ein paar wenige Ereignisse. Zuwenig Schlaf für beide, der ganze Tag war etwas träge und müde. Dann haben wir einen Tanker gesehen, der ca. 3 nm hinter uns durchgegangen ist. Seit 5 Tagen das erste Schiff! Und in der Nacht um 0500h gleich noch ein zweiten Frachter, der von Südwest aufkommt und uns mit 5nm Abstand achtern passiert.  


Volker backt Nachmittags einen Kuchen aus einer Backmischung, die wir in Pasito Blanco gebunkert haben. Leider hat die komische Welle heute, die beim Zubereiten unter Deck das Gleichgewichthalten sehr erschwert, eine Wirkung , die sofortige Frischluftzufuhr für den Bäcker erforderlich macht, nachdem der Kuchen gerade noch schnell in den Ofen geschoben werden konnte. Leider zu spät. Nicht für den Kuchen, sondern für den Bäcker. Zwei Stunden später hat der Kuchen aber schon  wieder geschmeckt. 


Vor dem Abendessen wird noch ein Rundgang über Deck absolviert. Selbstverständlich leinen wir uns dabei an, damit man, falls man stolpert oder ausrutschen sollte, nicht gleich über Bord geht, sondern schön am Gurt mit Karabinerhaken irgendwo am Boot hängenbleibt. Wir checken, ob das Rigg, alle Leinen und Blöcke (Seilrollen) in Ordnung und frei von Verschleiß sind. Ob sich aus irgendeinem Want, einem Stahlseil , auch nur ein kleiner Draht gelöst hat, der das Halten des Masts schwächen könnte. Diese Kontrolle lässt sich auf See leider nur bei den auf Deck erreichbaren Beschlägen durchführen. Den Beschlägen oben im Mast können wir nur blind vertrauen. Beim Rundgang werden auch gleich ein paar fliegende Fische vom Vordeck abgesammelt, die andernfalls drohen, in einen mumifizierten Zustand überzugehen. 


Inzwischen wird es auch immer wärmer. Tagsüber brennt die Sonne heftig und wir sind froh vom Schattendach der Kuchenbude geschützt zu werden. Bis spät in die Nacht können wir mit kurzer Hose und T-Shirt im Cockpit sitzen. Die Wassertemperatur hat inzwischen fast 24°C erreicht. Das unterstützt, ähnlich wie der Geruchsinn auch, den Wunsch nach einer Eimerdusche auf dem Achterdeck. Das planen wir für morgen gleichmal ein. 



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Kommentare: 2
  • #1

    Matthias (Samstag, 15 März 2025 12:00)

    Hallo Jens, das ist immer wieder spannende Lektüre.
    Ich drücke weiterhin die Daumen (Äh, geht eigentlich gerade nicht, weil ich mir gestern die rechte Daumenkuppe spektakulär abgesägt habe-auch an Land lauert Gefahr.
    2100 nm sind echt noch ein dickes Brett.
    Teile mir gelegentlich Deine Wünsche bezüglich des nächsten Stammtischs mit
    Liebe Grüße

  • #2

    Jens (Sonntag, 16 März 2025 16:32)

    Mensch Matthias, was machst Du da???
    Den Daumen brauchst Du doch. Ab heute kein Whats App mehr ohne Daumen? Hab dir eine PN geschrieben.
    Jens