Position MickMoon:
Monday, 24.03.2025, Day 18
1600 UTC-4
14°26.29'N 60°53.50'W
COG 280°, 6 kn, TWS 20kn
Etmal: 143 nm
ca. 2156 nm sailed from Cabo Verde 🇨🇻
after 18 days in Saint Anne, Martinique 🇲🇶

Meine Freiwache beginnt um 0600. ich „mache noch einen Ort“ , bestimme also noch unsere Position und schreibe sie ins Logbuch, bevor ich mich in die Koje lege. Meine 3h Stunden in der Freiwache schlafe ich jedoch nicht, ich wache vor dem Weckerklingeln auf. Ich koche einen Kaffee, was in der wieder heftigen Welle der letzten beiden Tage schwer fällt, weil alles rutscht und schaukelt. Der Wind ist stärker geworden und es kreuzen sich zwei Wellensysteme, im Winkel von ungefähr 45°, was dazu führt, dass sich ab und zu die Wellenberge addieren und recht hohe Gebilde entstehen, durch die wir hindurchgeschüttelt werden. Es bestätigt sich auch auf dieser Fahrt erneut, dass nicht unbedingt der Wind und seine Stärke das Leben an Bord unbequem machen, sondern vielmehr die Wellen mit Höhe und Steilheit den Ausschlag für das Wohlbefinden auf dem Boot geben.
Wir sind dicht vor der Insel Martinique. Es dauert aber noch bis Mittag bis wir das Ufer der französischen Karibikinsel erkennen können. Um 1145h (ITC-4) dann „Land in Sicht“. An Steuerbord voraus sehen wir die blauen Umrisse der Insel. Was für eine Freude. Ein großer Moment. Give me fife! Hurra! Wir haben das Ziel der langen Fahrt vor Augen. Wir sind beide aufgeregt vor Freude. Eine unglaublich lange Strecke liegt hinter uns.
Einige Vögel, die unsere Segel als Vortriebsströmung genutzt haben und vor unserem Boot kreisten, hatten die Nähe zum Land bereits angedeutet. Und jetzt sind wir in Sichtweite. Bevor wir um die Südspitze herumsegeln, können wir auch die Insel St. Lucia an Backbord, im Süden gut erkennen. Die Antilleninseln liegen alle nur eine Tagesreise voneinander entfernt.
Jetzt, nachdem wir den Kurs etwas mehr nach Nord geändert haben und in den Leeschutz der Insel kommen, glättet sich das Wasser schnell. Dennoch bleibt der Wind stark.
In einer vorgelagerten Bucht liegt die Kia Ora vor Anker. Sie ist dort unter Segel das Ankermanöver gefahren, weil sie ihren Motor nicht benutzen konnte. Das Fischernetz war noch in ihrem Propeller verfangen. Martijn und Irene haben es in der Bucht erst losschneiden können. 80kg Netz erzählen sie später, hatten sich an ihrem Boot verfangen.
Wir setzen die französische Gastlandflagge und die gelbe Q-Flagge darunter, als Zeichen, dass wir noch nicht offiziell beim Zoll und den Behörden einklariert haben. Dann bauen wir unser Segelgeschirr für den Vorwindkurs ab und stauen den Spibaum an Deck bevor wir vor St. Anne nach einem Ankerplatz suchen. Wir bereiten den Anker zum Fallen vor. Vorsichtig tasten wir uns durch das Ankerfeld auf dem bestimmt 200 Boote ankern. Das Wasser hat eine gute Tiefe von 4-6m und überall gibt es Sandgrund. Der Wind bläst ablandig. Ideale Bedingen also. Wir machen das Boot Contigo ausfindig. Es gehört Freunden von Vera und Volker, die seit Dezember schon in der Karibik sind. In der Nähe dahinter gibt es eine Lücke, die ausreichend Platz zum Schwojen mit Abstand zu anderen Booten lässt. Um 1530h fällt unser Anker und gräbt sich sofort ein. Bei 1800 Umdrehungen des Motors rückwärts, strafft sich die Kette, der Anker geht noch tiefer in den Sand und wir liegen fest auf der Stelle.
Angekommen!
Was für ein Hochgefühl. Jetzt die Fotos in Siegerpose und ein gekühltes Bier. Das zischt. Nach dem Klar Schiff legen wir uns Irgendwann für ein Nickerchen nochmal in die Koje. Das Schlafdefizit meldet sich zusammen mit dem ersten Bier nach Tagen auf See nach Ruhe. Die Contigos habe sich bei uns gemeldet und laden uns abends zum Grillen bei sich an Bord ein. Wir werden mit ihrem Dinghi abgeholt. Unseres ist noch nicht aufgeblasen. Spät kommen wir an Bord zurück und schlafen die erste Nacht seit langem, ohne Wellengang und ohne 3-Stunden Wachrhythmus, am Anker vor Martinique, in der Karibik.
Auf einem anderen Kontinent.
Am anderen Ende des Ozeans.
😊
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